Alejandra & Jurgen
Wir sind Jurgen und Alejandra. Vemorina entstand nach einem Gespräch, das uns nicht mehr losließ.
Unsere Geschichte lesen→band size
Du hast ihn eine Nummer größer gekauft, und trotzdem schneidet der Bund in deinen Rücken. Abends ziehst du ihn aus, siehst den roten Streifen und denkst: dieser Still-BH taugt einfach nichts. Verständlich, dass du das denkst. Nur ist an diesem BH wahrscheinlich gar nichts falsch. Du hast eine der beiden Größen-Achsen in die falsche Richtung korrigiert.
Das ist das Muster, dem fast jede Mutter begegnet, die zwischen zwei Größen liegt. Du spürst, dass etwas nicht stimmt, du greifst zur größeren Größe, und dann passiert eines von zwei Dingen. Entweder kneift der Bund immer noch, weil du in allem größer geworden bist. Oder der BH gibt keinen Halt und deine Brust rutscht seitlich aus dem Körbchen, weil du nur den Cup-Buchstaben hochgeschoben hast. Zwei verschiedene Fehler, dieselbe falsche Schlussfolgerung: es liegt am BH, oder schlimmer, es liegt an mir.
Sister Sizing ist die Logik, die das löst. Und gerade nach einer Geburt funktioniert diese Logik ein bisschen anders, als es der durchschnittliche Größenratgeber im Netz erklärt. Genau deshalb gibt es diesen Artikel.
Kurze Antwort. Das Cup-Volumen ergibt sich aus deiner Bundweite und deinem Cup-Buchstaben zusammen, nicht aus dem Buchstaben allein. Ein 80H und ein 75I halten ungefähr gleich viel Brust, nur sitzt das Band anders. Das heißt: kneift der Bund, geh eine Nummer weiter im Band und gleichzeitig einen Buchstaben kleiner im Cup (von 80H auf 85G). Ist der Bund zu weit, geh eine Nummer enger im Band und einen Buchstaben größer im Cup (von 80H auf 75I). So verschiebst du den Umfang, ohne dein Cup-Volumen zu verlieren. Spürst du neben der schlechten Passform auch Fieber, eine rote, warme Brust oder eine harte Stelle, die nicht weggeht, dann ist es keine Frage der Größe mehr, sondern ein Grund, deine Hausärztin oder deinen Hausarzt oder eine Still- und Laktationsberaterin anzurufen.
Eine BH-Größe besteht aus zwei Angaben, die zusammenarbeiten: die Bundweite (die Zahl, 75, 80, 85) und der Cup (der Buchstabe). Der Buchstabe sagt nicht, wie groß deine Brust wirklich ist. Er sagt, wie viel größer deine Brust ist als dein Band. Ein G-Cup auf einem schmalen Band ist ein kleinerer Cup als derselbe G auf einem breiten Band.
Daraus folgt die ganze Idee. Verschiebst du das Band um eine Stufe, verschiebt sich das Cup-Volumen mit, es sei denn, du lässt den Buchstaben mitwandern. Willst du dasselbe Volumen behalten und nur den Umfang anpassen, dann drehst du an zwei Reglern gleichzeitig. Und genau hier machen fast alle den Fehler, also aufgepasst. Die Faustregel lautet: Band größer, Buchstabe kleiner. Band kleiner, Buchstabe größer. Also:
Diese drei Größen (75H, 80G, 85F) heißen Schwestergrößen. Sie halten ungefähr gleich viel Brust. Nur sitzt das Band enger oder weiter. Das ist der Regler, an dem du drehst, wenn ein BH im Cup gut sitzt, aber am Band nicht, oder umgekehrt.

Fast niemand kennt diese Faustregel, also korrigiert fast jede Mutter auf der falschen Achse. Es gibt zwei Versionen, und am Symptom erkennst du sofort, welche deine ist.
Vermutung 1: einfach in allem größer. Du greifst zur größten Größe, die die Marke hat, oder du gehst eine oder zwei Nummern höher im ganzen Label. Fühlt sich logisch an: mehr BH für mehr Brust. Das Ergebnis ist ein Band, das in deine Rippen schneidet. Eine Mutter hat es in einem Forum bitter zusammengefasst: es sitzt so eng auf meinem Brustkorb, dass ich es kaum erwarten kann, ihn auszuziehen, und das, obwohl ich die größte Größe habe. Eine andere kaufte ein XL, und das schnitt in ihre Rippen, während ihre Brüste ihrer Meinung nach gar nicht so groß waren. Was schiefging: du hast das Band vergrößert, obwohl nur der Cup höher sollte. Der Cup brauchte vielleicht etwas mehr Volumen, aber du hast deinem Brustkorb 5 bis 10 Zentimeter Umfang dazugegeben, die er nicht brauchte.
Vermutung 2: nur den Cup-Buchstaben größer, Band gleich. Du behältst deine gewohnte Bundweite und schiebst nur den Buchstaben hoch. Jetzt passiert das Gegenteil: kein Halt, oder ein Band, das zu weit wird und hinten nach oben kriecht. Deine Brust rutscht seitlich aus dem Cup, sobald du dich auf die Seite legst. In Foren liest du die Verzweiflung, die daraus folgt: entweder werden die Cups nicht groß genug, oder es gibt null Halt, oder er scheuert innerhalb einer Stunde, und dann die Frage, ob das einfach ein universelles Still-BH-Problem ist oder ob sie zu viel verlangt.
Letzteres ist der Kern der emotionalen Falle. Der Fehler auf der Größen-Achse fühlt sich nicht wie ein Fehler auf der Größen-Achse an. Er fühlt sich an wie verlange ich zu viel, oder wie Still-BHs taugen nichts. Und sobald du das denkst, hört die Suche auf. Dabei warst du einen Schritt von gut entfernt.

Die Standarderklärung zu Sister Sizing geht davon aus, dass du eine feste Ausgangsgröße hast. Du weißt, dass du 80G bist, der Bund kneift, also gehst du auf 85F. Fertig. Aber im Wochenbett steht nichts fest, und genau deshalb bricht die gewohnte Intuition hier.
Dein Band und dein Cup verändern sich nach der Geburt unabhängig voneinander und in unterschiedlichem Tempo. Die Erzählungen von Müttern zeigen es wörtlich. Eine in der 32. Schwangerschaftswoche trägt Cup 80H, während sie normalerweise 75F ist: das Band ging von 75 auf 80 und der Cup von F auf H, beides gleichzeitig. Eine andere Mutter beschreibt ihren ganzen Verlauf: kurz vor der Geburt ein Still-BH in 90, auf dem Höhepunkt des Stillens 90I und ein paar Wochen später wieder zurück auf 85H. Das Band schrumpfte, während der Cup zuerst noch wuchs. Wer in dieser Phase eine einzige feste Größe zu erraten versucht, liegt fast zwangsläufig daneben.
Und es verschiebt sich nicht nur über Wochen. Es verschiebt sich innerhalb eines Tages. Eine Mutter bemerkte, dass sie sogar rund um ihre Periode morgens zwei Cup-Größen größer war als abends. Deine Brust läuft voll und wieder leer, den ganzen Tag, jeden Tag. Ein Cup, der kurz nach einer Stillmahlzeit perfekt sitzt, ist drei Stunden später zu klein. Genau deshalb ist das die Phase, in der die meisten Mütter schlussfolgern, dass der BH nicht taugt, obwohl der BH in der einen Tageshälfte gut gepasst hat.
Was das für Sister Sizing bedeutet: sieh es hier nicht als feste Formel, sondern als Anprobier-Trick. Du berechnest nicht deine eine richtige Schwestergröße. Du benutzt die Schwestergrößen, um zu schieben, bis Band und Cup beide stimmen, und zwar in dem Moment, in dem du am vollsten bist. Wie du dich in diesem Moment ausmisst, steht Schritt für Schritt in so misst du deine Still-BH-Größe in dieser Phase.
Viele Still-BHs werden nicht in Zahlengrößen verkauft, sondern in S, M, L und XL. Das klingt einfach und ist für diese Phase manchmal sogar praktisch, denn eine dehnbare Größe fängt die tägliche Schwankung auf. Nur versteckt so ein Label eben die Band-Cup-Relation, um die es in diesem ganzen Artikel geht. XL sagt nichts über dein Band und nichts über deinen Cup. Es sagt nur: größer als L.
Da laufen Mütter mit einem größeren Cup voll dagegen. Eine mit immer Cup F, jetzt größer, schätzt sich rund G und seufzt, dass viele BHs bis XL gehen, aber nirgends klar dabeisteht, bis zu welcher Größe das wirklich reicht. Das ist reines Raten. Ein XL, das vor allem im Band größer ausfällt, ergibt genau Vermutung 1: ein Band, das in deine Rippen schneidet, während der Cup immer noch zu knapp ist.
Zwei Dinge helfen, wenn du mit Buchstaben statt mit Zahlen kaufst:
Selbst wenn du deine Größe kennst, fällt dieselbe Größe von Marke zu Marke anders aus. Eine Mutter kaufte 90G und merkte, dass der Cup etwas kleiner ausfiel als ihre gewohnte Größe. Das ist kein Fehler von ihr und kein Fehler der Marke, es ist ein bekanntes Phänomen in der BH-Welt: Nähte, Stoff und Schnitt unterscheiden sich. Für dich heißt das, dass eine Größe auf dem Label ein Startpunkt ist, keine Garantie. Vertrau auf das, was du beim Anprobieren spürst, nicht auf die Zahl im Etikett. Und probier in deinem vollsten Moment, nie kurz nach einer Stillmahlzeit.
Hier ist die Schwestergrößen-Tabelle, die du brauchst. Such deine Ausgangsgröße, schau, in welche Richtung du musst, rutsch eine Zeile weiter.
| Sitzt das Band gut, aber der Cup nicht? Bleib auf deinem Band. | Ausgangsgröße | Bund kneift (geh weiter im Band) | Bund zu weit (geh enger im Band) |
|---|---|---|---|
| 75F | 80E | 70G | |
| 80G | 85F | 75H | |
| 85G | 90F | 80H | |
| 90H | 95G | 85I |
Lies es so. Sitzt der Cup gut, aber kneift das Band, dann rutsch in die Spalte rechts von deiner Ausgangsgröße: Band eine Stufe weiter, Buchstabe eine Stufe kleiner, gleiches Cup-Volumen. Ist das Band zu weit, geh in die Spalte links: Band enger, Buchstabe größer. Sitzt das Band gut, aber der Cup nicht, dann ist Sister Sizing nicht deine Lösung. Dann bleibst du auf deiner Bundweite und passt nur den Buchstaben an, einfach weil dein Cup wirklich zu klein oder zu groß ist.
Die praktische Wochenbett-Version in vier Schritten:

Einen BH, der Striemen macht oder ein Band, das schneidet, tauschst du um. Meistens ist das die ganze Geschichte. Aber anhaltender Druck auf eine Brust voller Milch ist nicht harmlos. Die Milchgänge liegen direkt unter deiner Haut, mit wenig Gewebe drumherum, das sie schützt. La Leche League beschreibt, dass an den Stellen, an denen ein BH kneift, ein verstopfter Milchgang entstehen kann. Die Academy of Breastfeeding Medicine erklärt in ihrem Mastitis-Protokoll (ABM #36, 2022), dass das Gewebe rund um den Gang dann anschwillt, der Gang enger wird und die Milch schwerer hindurchkommt. Bleibt das bestehen, kann daraus eine Brustentzündung folgen. Dein BH ist selten die einzige Ursache, aber der Faktor, den du heute wegnehmen kannst.
Wende dich an deine Hausärztin oder deinen Hausarzt, deine Frauenärztin, deine Hebamme oder eine Still- und Laktationsberaterin IBCLC bei:
Begleitung beim Stillen selbst bekommst du über deine Hebamme (Wochenbettbetreuung), eine Stillambulanz an der Geburtsklinik oder eine Still- und Laktationsberaterin IBCLC in deiner Nähe; in der Schweiz zusätzlich über die Mütter- und Väterberatung. Bei Fieber oder einer roten, schmerzhaften Brust ist deine Hausärztin oder dein Hausarzt die erste Adresse. Mehr über die Grenze zwischen normal und Warnung liest du in den Signalen, dass ein Still-BH kneift oder falsch sitzt.
Der Endpunkt des Fehlers auf der Größen-Achse ist Resignation. Die Erfahrungsberichte laufen genau darauf hinaus: eine Mutter findet in ihrer Größe schon kaum normale BHs und hat Still-BHs ganz aufgegeben. Eine andere zweifelt laut, ob ein BH, der etwas voller ausfiel, für eine neue Cup-Größe reicht, genau der Zwischen-zwei-Größen-Moment. Und in Foren klingt das müde Wiedererkennen: nie einen guten gefunden, was für eine Suche.
Diese Resignation hält den Fehler am Leben, denn sie verschiebt die Schuld an den falschen Ort. Nicht ich habe die Band-Cup-Kombination falsch geraten, sondern die BHs taugen nichts, oder ich verlange zu viel. Dabei ist das Gegenteil wahr. Das Problem war klein und lösbar: eine Achse, ein Schritt. Nicht du, nicht deine Figur.
Und genau da liegt das Argument für einen BH, der die tägliche Schwankung auffängt, statt sie zu bestrafen. Je weniger du von der exakten Größe abhängst, desto weniger gibt es zu raten. Willst du erst wissen, wann du deinen ersten Still-BH am besten kaufst, dann lies wann kaufst du einen Still-BH: Schwangerschaft oder Wochenbett.
Alles hier oben läuft auf einen Punkt hinaus: eine feste Größe an einer Brust, die den ganzen Tag ihr Volumen ändert. Genau das wollten wir lösen, mit Dehnung statt mit einer starren Zahl.
Unser Still-BH ist bügellos und aus einem Stoff gestrickt, der nachgibt, wenn deine Brust gegen die Stillzeit voller wird, sodass das Band weiter stützt, ohne in deinem vollsten Moment einzuschneiden, und der Cup das Volumen auffängt, ohne dass du genau die richtige Größe treffen musst. Die Träger sind breit, und der Clip geht mit einer Hand auf. Die Saugschicht sitzt im Cup selbst, vier Schichten, die bis zu 30 ml pro Cup aufnehmen (60 ml pro BH). Der Stoff ist nach OEKO-TEX STANDARD 100, Produktklasse I zertifiziert (Zertifikatnummer 11-36224), der strengsten Kategorie: für Textilien, die an die Haut eines Babys dürfen. Entworfen in Belgien, gestrickt in der Türkei.
Ansehen kannst du ihn hier: sieh dir den Still-BH an. Willst du erst alles über Größe, Passform und Tragekomfort nebeneinander, dann geh zu der Übersicht zu Still-BH, Passform und Tragekomfort.
Sister Sizing sind Größen mit demselben Cup-Volumen, aber einem anderen Band. Die Regel lautet: gehst du eine Bundweite hoch, geht der Cup-Buchstabe eine Stufe runter, und umgekehrt. So halten 75H, 80G und 85F ungefähr gleich viel Brust. Du nutzt es, um den Umfang anzupassen, ohne dein Cup-Volumen zu verlieren.
Dann hast du wahrscheinlich auf der falschen Achse korrigiert. Du bist in allem größer geworden, obwohl nur dein Cup hoch sollte. Geh eine Bundweite weiter und gleichzeitig einen Cup-Buchstaben kleiner: von 80G auf 85F. Der Cup hält gleich viel, aber das Band schneidet nicht mehr. Probier immer in deinem vollsten Moment, kurz vor einer Stillmahlzeit.
Das ist nach einer Geburt ganz normal, denn dein Band und dein Cup verändern sich unabhängig voneinander. Oft wird dein Brustkorb wieder schmaler, während deine Brüste noch voll sind. Geh dann eine Bundweite enger und gleichzeitig einen Cup-Buchstaben größer: von 80G auf 75H. Das Band stützt wieder und der Cup passt weiter.
Nicht direkt, denn diese Buchstaben verstecken gerade die Band-Cup-Relation, auf der Sister Sizing beruht. XL sagt nichts über dein Band oder deinen Cup. Such die Größentabelle in Zentimetern und beurteil beim Anprobieren das Band und den Cup getrennt. Für die tägliche Volumenschwankung ist eine dehnbare Größe aber praktisch.
In deinem vollsten Moment, also kurz vor einer Stillmahlzeit oder direkt nach dem Aufstehen. Deine Brust läuft den ganzen Tag voll und wieder leer, und manche Mütter sind morgens zwei Cup-Größen größer als abends. Misst du kurz nach einer Stillmahlzeit, kaufst du einen BH, der den Rest des Tages kneift. Miss nach ein paar Wochen neu.