Alejandra & Jurgen
Wir sind Jurgen und Alejandra. Vemorina entstand nach einem Gespräch, das uns nicht mehr losließ.
Unsere Geschichte lesen→breastfeeding
Es ist ungefähr drei Uhr nachts. Du wachst auf, weil etwas nicht stimmt, und als du an deinem Shirt fühlst, ist es klatschnass. Schon wieder. Vielleicht spürst du sogar einen kalten nassen Fleck auf dem Laken. Du bist zu müde, um dein ganzes Bett neu zu beziehen, und zu wach, um noch davon zu schlafen.
Und dann diese Frage, die du wahrscheinlich schon einmal gesucht hast: soll ich nun doch einen BH im Bett tragen oder gerade nicht? Denn wenn du es nachschlägst, findest du zwei Mütter, die genau das Gegenteil sagen. Die eine: nachts brauchst du unbedingt einen Still-BH. Die andere: für kein Geld schlafe ich in einem BH, lass es ruhig auslaufen. Beide klingen gleich überzeugt. Wer hat recht?
Die kurze Antwort: Sie haben beide recht, und das liegt daran, dass die Frage nicht ist, ob du einen BH trägst, sondern ob das, was du trägst, einschnürt oder nicht. Im Folgenden liest du, warum du nachts am meisten verlierst, wie du diese widersprüchlichen BH-Ratschläge unter einen Hut bringst, was wirklich hilft, um im Bett trocken zu bleiben, und die paar Anzeichen, bei denen du dich nachts besser kurz meldest.
Bei den meisten Frauen ist das Auslaufen nachts am heftigsten, und dafür gibt es zwei einfache Gründe. Erstens liegt nachts oft mehr Zeit zwischen zwei Mahlzeiten, also werden deine Brüste voller und laufen eher über. Zweitens ist der Spiegel von Prolaktin, dem Hormon, das deine Milchbildung steuert, nachts von Natur aus höher. Dein Körper bildet also gerade mehr Milch in dem Moment, in dem dein Baby seltener trinkt.
Wichtig zu wissen, denn es erspart eine Menge Sorgen: das ist vorübergehend. Bei den meisten Frauen wird das nächtliche Auslaufen deutlich weniger, sobald sich die Milchbildung nach den ersten Wochen bis Monaten auf das Baby eingependelt hat. Willst du das ganze Muster von Anfang bis Ende sehen, dann steht das in Wann hört das Auslaufen auf? Muster von Woche 1 bis zum Abstillen. Und warum deine Brüste überhaupt auslaufen, liest du in Warum läuft meine Brust aus?.
In Foren siehst du diesen Zusammenstoß endlos wiederkehren. Die eine Mutter schwört auf einen Still-BH im Bett. Die andere wacht lieber klatschnass auf, als mit einem BH zu schlafen. Das Frustrierende ist, dass keine von beiden unrecht hat und dir das also nichts bringt.
Das Missverständnis steckt in der Frage selbst. Ob du einen BH trägst, ist nicht das, was zählt. Was zählt, ist, ob das Kleidungsstück deine Brüste einschnürt oder nicht.
La Leche League ist hier deutlich: ein BH im Bett ist keine Pflicht. Hast du vor dem Baby ohne geschlafen, dann musst du damit während der Stillzeit nicht anfangen. Komfort ist maßgebend. Wovon sie aber abraten, gerade in den ersten Monaten, sind BHs mit Bügeln oder eine enge, einschnürende Passform. Die können Druck auf deine Milchgänge ausüben und so zu einem verstopften Milchgang oder einer Brustentzündung beitragen. Harte Belege dafür gibt es nicht, aber es ist eine logische Vorsichtsmaßnahme: nachts schwellen deine Brüste an und du willst nichts, das in das volle Gewebe schneidet.

Ein nicht einschnürender BH im Bett kann aus ein paar Gründen schön sein. Er gibt etwas Halt, wenn sich deine Brüste schwer und gespannt anfühlen. Für manche Frauen mit größerer Cup schläft es sich damit ruhiger. Und der praktische Vorteil: ein BH hält deine Stilleinlage oder Saugschicht an ihrem Platz, genau da, wo du sie brauchst. Ohne etwas drumherum verrutscht eine lose Einlage im Schlaf garantiert.
Schläfst du lieber ohne und verlierst nicht mehr viel, dann gibt es keinen einzigen medizinischen Grund, dich in einen BH zu zwängen. Leg dann eine Saugschicht unter dich statt um dich herum, dazu gleich mehr. „Lass es ruhig auslaufen und schütz das Bett" ist eine vollwertige Wahl, keine faule zweite Option.
Womit du tagsüber davonkommst, enttäuscht nachts oft. Lose Stilleinlagen sind tagsüber gut, aber im Bett drehst und wälzt du dich, und gerade dann verrutschen sie, rollen sich auf oder landen neben deiner Brustwarze in dem Moment, in dem der Milchspendereflex kommt. Das ist die klassische Nachtklage: nicht, dass keine Einlage da war, sondern dass die Einlage nicht mehr da lag, wo sie sollte.
Zwei Wege, das zu lösen:
Eine Auffangschale oder Haakaa ist tagsüber praktisch, aber im Liegen läuft sie leicht um. Und eine Haakaa mit Sogkraft kann deine Bildung zusätzlich anregen. Für die Nacht ist eine Saugschicht praktischer.

Was du trägst, ist nur die Hälfte. Die andere Hälfte ist dein Bett. Ein wasserdichter Matratzenschoner unter deinem Spannbettlaken fängt auf, was doch durchkommt, sodass du bei einem nassen Fleck nicht um drei Uhr deine ganze Matratze wendest. Ein großes Badehandtuch unter deinem Oberkörper funktioniert genauso gut und ist schnell gewechselt. Viele Mütter kombinieren beides: Schutz auf der Haut und Schutz auf dem Bett.

Leg dein Baby, wenn möglich, kurz bevor du selbst schlafen gehst, noch einmal an. Vollere Brüste laufen mehr aus, also je leerer du beginnst, desto weniger läuft nachts über. Wachst du nachts mit Brüsten auf, die zum Platzen voll sind, dann darfst du ganz kurz von Hand oder mit einer Pumpe etwas entlasten, bis es angenehm ist. Achte auf den Unterschied: kurz für deinen Komfort entlasten ist etwas anderes, als deine Brust ganz leerzupumpen. Standardmäßig nachts leerzupumpen sagt deinem Körper, dass er mehr bilden soll, und dann verlierst du die Nacht darauf noch mehr. Trifft das auf dich zu, dann lies Überproduktion und ein starker Milchspendereflex.
Auf dem Bauch zu schlafen drückt deine Brüste flach gegen die Matratze, wodurch Milch durch den Druck leichter austritt. Viele Mütter liegen in dieser Zeit angenehmer auf dem Rücken oder auf der Seite mit einer Saugschicht dazwischen. Eine eiserne Regel ist es nicht, denn eine gute Nachtruhe wiegt schwerer als die perfekte Haltung, aber wenn Bauchschlafen dich nachts nass macht, ist es einen Versuch wert.

Eine Schicht, die die ganze Nacht nass an deiner Brustwarze liegt, kann die Haut aufweichen und reizen. Wechsle eine durchnässte Einlage, wenn du ohnehin wach bist, und wähl eine Saugschicht, die die Feuchtigkeit von deiner Haut wegzieht, statt sie daran zu halten. Geh sparsam mit aggressivem Waschen oder alkoholhaltigen Tüchern um, denn die trocknen die Haut gerade weiter aus.
Nächtliches Auslaufen an sich ist kein Alarmsignal, es ist dein Körper, der seine Arbeit tut. Aber ein paar Dinge gehören nicht zu gewöhnlichem Auslaufen. Wende dich an deine Hausärztin/deinen Hausarzt oder deine Frauenärztin, oder tagsüber an eine Hebamme oder Stillberaterin (IBCLC), bei:
Bei Fieber oder einer roten, schmerzhaften Brust ist die Ärztin die erste Anlaufstelle, nicht die Stillberatung. Ein einschnürender BH, der nachts in eine volle Brust schneidet, gehört übrigens auch in diese Reihe: bemerkst du davon eine schmerzhafte, harte Stelle, dann lass ihn tagsüber weg.
Gehörst du zu den Müttern, die nachts doch etwas tragen wollen, für den Halt und weil es deine Saugschicht an ihrem Platz hält, dann ist der ganze Punkt: es darf nicht einschnüren. Genau deshalb haben wir unseren Still-BH bügellos gebaut, mit einem Bund, der nachgibt, wenn deine Brüste nachts anschwellen.
Die Aufnahme ist in die Cup eingebaut, es gibt also keine lose Einlage, die wegrutschen kann, während du schläfst. Vier Schichten, jede mit einer Aufgabe: eine Schicht, die Feuchtigkeit von deiner Haut wegzieht, ein Kern, der bis zu 30 ml pro Cup aufnimmt, eine Barriere, die dein Laken und dein Shirt schützt, und eine weiche Außenschicht. Gestrickt aus einem OEKO-TEX Class I zertifizierten Stoff (Zertifikatnummer 11-36224), der strengsten Kategorie für Textilien, die mit der Haut eines Babys in Berührung kommen. Der Clip öffnet sich mit einer Hand, praktisch für die Nachtmahlzeit im Dunkeln. So behältst du nachts Halt und Trockenheit ohne lose Einlage, die wegrutscht.
Willst du ihn sehen, dann geht das hier: sieh dir den Still-BH an. Bist du dir bei deiner Größe unsicher, während deine Cup noch schwankt, dann lies zuerst Still-BH messen und die richtige Passform finden. Und willst du zuerst alle saugfähigen Optionen nebeneinander, dann vergleichen wir sie in Welcher Still-BH ist wirklich auslaufsicher?.
Nein. La Leche League nennt einen BH im Bett keine Pflicht: hast du vor dem Baby ohne BH geschlafen, dann musst du jetzt nicht damit anfangen. Komfort ist maßgebend. Trägst du ihn doch, dann wähl einen weichen, nicht einschnürenden BH ohne Bügel. Schläfst du lieber ohne, dann schütz vor allem dein Bett und deine Haut vor dem Auslaufen.
Zwei Gründe. Nachts liegt meist mehr Zeit zwischen den Mahlzeiten, also werden deine Brüste voller und laufen eher über. Und das Hormon Prolaktin, das deine Milchbildung steuert, ist nachts von Natur aus höher. Du bildest also mehr Milch, während dein Baby weniger trinkt. Lästig, aber vorübergehend: es lässt nach, sobald sich deine Bildung einpendelt.
Kurz vor dem Schlafengehen zu stillen hilft: leerere Brüste laufen weniger aus. Wachst du nachts übervoll auf, dann darfst du ganz kurz für deinen Komfort entlasten. Pump deine Brust nur nicht ganz leer, denn strukturelles Leerpumpen regt deine Bildung an und dann verlierst du die Nacht darauf gerade mehr.
Das ist von Frau zu Frau sehr unterschiedlich. Die eine ist nach ungefähr einem Monat größtenteils trocken, die andere verliert bis zu sechs Monate oder länger, und beides ist normal. Meist wird es deutlich weniger, sobald sich deine Milchbildung nach den ersten Wochen bis Monaten auf dein Baby eingependelt hat. Das ganze Muster steht in unserem Artikel darüber, wann das Auslaufen aufhört.
Ein einschnürender BH oder ein BH mit Bügel kann Druck auf deine Milchgänge ausüben und wird deshalb, vor allem in den ersten Monaten, besser vermieden. Harte Belege gibt es nicht, aber es ist eine logische Vorsichtsmaßnahme: nachts schwellen deine Brüste an und du willst nichts, das in das volle Gewebe schneidet. Bemerkst du eine schmerzhafte harte Stelle, dann lass den BH weg.