Alejandra & Jurgen
Wir sind Jurgen und Alejandra. Vemorina entstand nach einem Gespräch, das uns nicht mehr losließ.
Unsere Geschichte lesen→breastfeeding
Es ist Tag drei oder vier. Deine Milch ist „eingeschossen" und deine Brüste fühlen sich nicht mehr wie Brüste an, sondern wie zwei warme, harte Steine. Sie pochen, deine Haut ist gespannt, und wenn dein Baby trinken will, klappt das Andocken plötzlich nicht mehr. Der Warzenhof ist so gespannt, dass nichts in sein Mündchen passt. Und dann versuchst du abzupumpen, um den Druck herauszunehmen, und es kommt fast nichts.
Währenddessen hörst du von allen Seiten etwas anderes. Deine Hebamme sagt: nicht abpumpen, das macht es schlimmer. Deine Schwägerin sagt: einfach leerpumpen, dann bist du den Druck los. Und in jedem Forum steht wieder eine andere Geschichte. Also was jetzt?
Kurze Antwort: das heißt Brustdrüsenschwellung und es ist eine normale, vorübergehende Phase. Kein Zeichen, dass mit dir oder deiner Milch etwas nicht stimmt. Und deine Hebamme und deine Schwägerin haben beide ein bisschen recht, sie meinen nur nicht dasselbe. Im Folgenden liest du, was Brustdrüsenschwellung genau ist, warum „kurz entlasten" etwas ganz anderes ist als „leerpumpen", was wirklich hilft und was es gerade schlimmer macht. Und die klare Grenze, ab der du eine Ärztin anrufst, statt abzuwarten.
Rund um Tag zwei bis sechs nach der Geburt kommt deine reife Milchbildung in Gang. Bei vielen Frauen erreicht die Schwellung ihren Höhepunkt um Tag drei bis fünf. Aber das harte, gespannte Gefühl kommt nicht nur von der Milch.
Es passieren zwei Dinge gleichzeitig. Deine Brüste bilden plötzlich viel mehr Milch, und es strömt zusätzlich Blut und Lymphflüssigkeit in dein Brustgewebe. Diese zusätzliche Flüssigkeit im Gewebe rund um die Milchgänge ist ein großer Teil davon, warum sich deine Brust so hart, warm und geschwollen anfühlt. Das ist wichtig zu verstehen, denn es erklärt gleich, warum Abpumpen oft nicht die Lösung ist: du bekommst die Milch vielleicht teilweise heraus, aber das geschwollene Gewebe bleibt. Und je mehr du entnimmst, desto mehr neue Milch bildet dein Körper nach.
Solange du regelmäßig weiterstillst und die Milch gut abfließen kann, lässt die Schwellung meist innerhalb von 24 bis 48 Stunden nach. Bei manchen Frauen dauert es länger. Bessert es sich nach ein, zwei Tagen nicht, oder fühlst du dich grippig werden, dann gehört das zur Triage weiter unten.

Das ist genau der Punkt, an dem Mütter widersprüchliche Ratschläge bekommen. Und die Wahrheit liegt im Unterschied zwischen zwei Dingen, die oft in einen Topf geworfen werden.
Kurz entlasten für Komfort oder um andocken zu können ist etwas anderes als standardmäßig leerpumpen, um den Druck loszuwerden.
Wenn deine Hebamme also „nicht abpumpen" sagt, meint sie meist: pump nicht standardmäßig leer, denn das regt deine Bildung an. Und wenn deine Schwägerin „entlaste kurz" sagt, meint sie: nimm das Schärfste bequem heraus, damit dein Baby trinken kann. Beide haben recht, für eine andere Situation.
Die am meisten unterschätzte Technik dabei ist Reverse Pressure Softening: drück mit deinen Fingerspitzen eine Minute lang sanft rund um den Warzenhof, Richtung deine Rippen. Das drückt die Flüssigkeit kurz nach hinten, macht den Warzenhof weicher und hilft deinem Baby besser anzudocken, ohne dass du deine Bildung anregst. Die ausführliche Abwägung (wann ja, wann nicht, wie viel) steht in Abpumpen bei Brustdrüsenschwellung oder einer verpassten Mahlzeit: wann ja und wann nicht?.

Die gute Nachricht: das stärkste Mittel gegen Brustdrüsenschwellung ist dein Baby selbst.

Genauso wichtig wie zu wissen, was hilft: zu wissen, was du besser nicht tust.

Das ist der wichtigste Teil dieses Artikels. Gewöhnliche Brustdrüsenschwellung ist unangenehm, aber harmlos und vorübergehend. Es gibt eine Grenze, ab der es eine Brustentzündung (Mastitis) sein kann, und dann wartest du nicht ab.
Wende dich sofort an deine Hausärztin/deinen Hausarzt oder deine Frauenärztin, wenn du eines oder mehrere dieser Anzeichen hast:
Warum gerade eine Ärztin und nicht die Stillberatung? Eine Hebamme oder Stillberaterin (IBCLC) ist da für die Begleitung und Beratung beim Stillen, sehr wertvoll, aber das ist keine medizinische Beurteilung. Fieber mit einer roten, schmerzhaften Brust kann eine Infektion sein, die von einer Ärztin beurteilt und manchmal behandelt werden muss. Dafür rufst du deine Hausärztin/deinen Hausarzt an, außerhalb der Sprechzeiten den ärztlichen Bereitschaftsdienst. Eine Hebamme oder Stillberaterin bleibt schön für die Begleitung, nur nicht dafür.
Still währenddessen einfach weiter. Das ist bei einer beginnenden Brustentzündung gerade wichtig und nicht schädlich für dein Baby. Gib gegebenenfalls zuerst die betroffene Brust, damit die gut leer getrunken wird. Mehr über die genauen Anzeichen und den Verlauf liest du in Mastitis erkennen: Symptome und wann du Hilfe suchst.
Für die meisten Frauen ist Brustdrüsenschwellung eine Sache von Tagen, nicht Wochen. Der Höhepunkt liegt oft um Tag drei bis fünf nach der Geburt und lässt bei guter, regelmäßiger Entleerung meist innerhalb von 24 bis 48 Stunden nach. Bei manchen Frauen dauert es länger, gerade wenn das Andocken noch nicht rundläuft. Geht es nach zwei Tagen nicht weg oder kommt Fieber dazu, dann gehst du zurück zur Triage oben.
Während der Schwellungsphase schwankt deine Cupgröße von Tag zu Tag, manchmal von Stunde zu Stunde. Was du in diesen Tagen am wenigsten gebrauchen kannst, ist etwas, das drückt. Eine gestaute Brust braucht weichen Halt, keine Kompression.
Unser Still-BH ist bügellos und gestrickt aus einem weichen, nachgebenden Stoff, der deine Brüste an ihrem Platz hält, ohne irgendwo hart dagegenzudrücken, mit einem Clip, der sich mit einer Hand öffnet, für wenn du schnell stillen willst. Er löst die Schwellung nicht auf (das tun dein Baby und die Zeit), aber er ist dafür gemacht, sich in genau dieser empfindlichen Zeit bequem tragen zu lassen, gestrickt aus einem OEKO-TEX Class I zertifizierten Stoff (Zertifikatnummer 11-36224), der strengsten Kategorie für Textilien, die mit der Haut eines Babys in Berührung kommen. Weil deine Größe jetzt noch schwankt, misst du im besten Moment: lies zuerst Still-BH messen und die richtige Passform finden und sieh dir den Still-BH an.
Die Schwellung erreicht ihren Höhepunkt meist um Tag drei bis fünf nach der Geburt. Bei häufigem Stillen und gutem Leeren lässt sie in der Regel innerhalb von 24 bis 48 Stunden nach. Bei manchen Frauen dauert es länger, zum Beispiel wenn das Andocken noch nicht rundläuft. Bessert es sich nach zwei Tagen nicht oder kommt Fieber dazu, dann wende dich an deine Hausärztin/deinen Hausarzt.
Kurz ein klein wenig von Hand entlasten darfst du, genug, um deinen Warzenhof weicher zu machen, damit dein Baby andocken kann, oder um das Schärfste herauszunehmen. Aber strukturell leerpumpen regt deine Milchbildung gerade an und hält die Schwellung aufrecht. Der Unterschied liegt in „kurz etwas Druck heraus" gegenüber „jedes Mal ganz leeren".
Beides, aber zu einem anderen Zeitpunkt. Kurz Wärme vor dem Stillen (ein paar Minuten) lässt die Milch besser fließen. Kalt nach dem Stillen (eine kalte Kompresse in einem Waschlappen, 15 bis 20 Minuten) lindert die Schwellung und den Schmerz. Lange Wärme anzuwenden macht es gerade schlimmer, weil es mehr Flüssigkeit in deine Brust zieht.
Bei gewöhnlicher Schwellung fühlst du dich sonst gesund. Sobald Fieber oder ein grippiges Gefühl dazukommt, mit einer roten, warmen, schmerzhaften Stelle in deiner Brust, oder du dich schnell kränker fühlst, kann es eine Brustentzündung (Mastitis) sein. Wende dich dann sofort an deine Hausärztin/deinen Hausarzt, nicht an die Stillberatung. Still währenddessen weiter.
Nein. Ein enger oder einschnürender BH kann einen Milchgang zudrücken und deine Beschwerden verschlimmern. Deine Brüste brauchen in dieser Phase weichen Halt, keine Kompression. Wähl einen gut sitzenden, bügellosen BH, der nicht einschnürt, und drück nicht aktiv auf deine Brust, um die Milch „aufzuhalten".
Auslaufen und ein starker Milchspendereflex gehören zum selben Bild. Den vollständigen Überblick findest du in unserem Ratgeber über Auslaufen und trocken bleiben.